Wir stellen vor
Unsere beide KI Avatare 🤖 Mara und Pip werden hin und wieder ein Episoden Summary präsentieren.


Dabei werden einzelne oder mehrere Blog-Beiträge der Vergangenheit herangezogen und zu einem Podcast Summary zusammengeführt.
Dieses könnt ihr euch hier anhören oder lesen.
Wir hoffen, dieses weitere Service gefällt euch und gebt uns gerne ein Feedback dazu.
Summary
Pip: Purkersdorf hat Napoleon, Casanova und Kennedy empfangen — und trotzdem kennen die meisten den Ort vor allem wegen des Staus auf der B1. Maria räumt das gründlich auf.
Mara: In dieser Episode begleiten wir eine vierteilige Podcast-Reihe, die Purkersdorfs Geschichte von den Anfängen als eigenständige Gemeinde im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart aufrollt — Stadterhebung, Kriegsjahre, Wohnungsnot und kultureller Aufbruch inklusive.
Pip: Fangen wir an mit dem langen Weg dorthin.
Von der Dorfgemeinde zur modernen Stadt
Mara: Die Reihe „Purkersdorf GESTERN & HEUTE“ spannt einen Bogen von 1850 bis heute — und die Frage, die sich durch alle vier Teile zieht, ist dieselbe: Wie wird aus einem kleinen Ort im Wienerwald eine selbstbewusste, überregional bekannte Stadt?
Pip: Teil 1 beginnt mit dem Gemeindegesetz von 1849 und einem Bürgermeister, der gleichzeitig noch der letzte Dorfrichter war — personelle Kontinuität vom Feudalsystem in die Moderne, sozusagen.
Mara: Der Eisenbahnbau der Westbahn in den 1850er Jahren verändert Purkersdorf grundlegend. Der Ort wird buchstäblich zerschnitten: Die Gleise teilen den Hauptplatz, der Bahnschranken ist stundenlang geschlossen, und gleichzeitig bringt der Tourismus einen totalen Aufschwung.
Pip: Und mit dem Tourismus kommen die Villen, die Sommerfrischler, der Tennisclub — und Purkersdorf als Wintersportzentrum, das in einem zeitgenössischen Führer gleich nach dem Ötztal genannt wird.
Mara: Teil 2 widmet sich den Jahren 1914 bis 1938. Über die Kriegsbegeisterung des Ersten Weltkriegs sagt Dr. Christian Matzka: „In ganz Europa sind die jungen Menschen, also besonders die jungen Männer, mit Begeisterung in den Tod gezogen. Warum können wir uns bis heute nicht ganz so erklären, außer dass man den Krieg verwechselt hat mit Abenteuer und Bergsteigen und Pfadfinderspielen.“
Pip: Das trifft. Und danach folgt die Zwischenkriegszeit mit sozialen Projekten nach Wiener Vorbild — Geburtenberatung, Kinderfreunde, Kohlenabgabestellen — bis die politische Radikalisierung der 1930er Jahre das alles überrollt.
Mara: Teil 3 behandelt die dunkelsten Jahre: 1938 bis 1967. Judenverfolgung, Zwangsarbeiterlager, Purkersdorf als Frontgebiet im April 1945 — und rund 30 Selbstmorde und Morde von Nationalsozialisten an den letzten Kriegstagen, darunter etwa zehn Kinder.
Pip: Und dann, fast unmittelbar danach, der Versuch eines Neubeginns: Am 12. April 1945, während Wien noch umkämpft wird, gründet Purkersdorf bereits eine neue Gemeindevertretung.
Mara: Teil 4 schließt den Bogen von 1967 bis heute. Der politische Umbruch der 1970er Jahre bringt mit Johann Jaunecker erstmals einen ÖVP-Bürgermeister. Bürgermeister Schlögl beschreibt das Wohnungsmodell der Folgejahre so: „Wir haben einen Trick angewandt und Baurechtsgründe geschaffen. Das heißt, wir haben Gründe, die der Gemeinde gehört haben, zu einem symbolischen Mietzins an Wohnbaugenossenschaften übergeben. Diese haben dort Genossenschaftswohnungen errichtet, die nach 35 bis 50 Jahren ins Eigentum der Stadtgemeinde übergehen.“
Mara: Was das in der Praxis bedeutet: Die Gemeinde schafft leistbaren Wohnraum, ohne sich zu verschulden — und sichert sich das Eigentum langfristig trotzdem.
Pip: Ähnlich pragmatisch geht Purkersdorf beim Gymnasium vor. Als Purkersdorfer Kinder Mitte der 1990er Jahre in Wiener Schulen nicht mehr aufgenommen werden, baut die Stadt kurzerhand ihr eigenes — auf Pump.
Schlögl dazu: „Aber wir haben uns damals als Stadtgemeinde enorm verschuldet und glaube aber zu Recht verschuldet, weil heute haben wir tausend Schülerinnen und Schüler in dieser Schule und die Schule ist nicht mehr wegzudenken als Purkersdorf.“
Infrastruktur, Bildung, Kultur — Musikschule, Stadtbibliothek, Stadtgalerie, Open-Air-Konzerte am Hauptplatz. Und zur Gastronomie hält Dr. Matzka fest: „Historisch gesehen waren hier viele Restaurant- und Gastbetriebe und vor 120 Jahren allein im Zentrum 14 oder 15 Gasthäuser, nicht irgendwelche Imbissbuden, sondern wirklich Wirtshäuser, Restaurants mit riesigen Gärten. Das hat sich verändert im Laufe der Zeit.“
Mara: Der Befund ist nüchtern — aber der Grundton der Reihe ist optimistisch. Purkersdorf hat in 170 Jahren gelernt, mit Rückschlägen umzugehen.
Pip: Von der Dorfgemeinde 1849 bis zu tausend Gymnasiastinnen und Gymnasiasten heute — das ist kein gerader Weg.
Mara: Was Purkersdorf als nächstes beschäftigt, hören wir in der nächsten Episode.
Links
Purkersdorf GESTERN & HEUTE – Teil 1
Purkersdorf GESTERN & HEUTE – Teil 2
Purkersdorf GESTERN & HEUTE – Teil 3
Purkersdorf GESTERN & HEUTE – Teil 4


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