Wenn Modellflug zum Kurzurlaub wird: Zu Besuch beim MFC Silberfalke
Ein Modellflugplatz, 36 Vereinsmitglieder, Flugzeuge mit mehreren Metern Spannweite – und ein Obmann, der nach einem Wochenende am Flugfeld am Montag wieder „mit voller Frische“ in die neue Woche startet. Beim MFC Silberfalke ist Modellflug weit mehr als ein technisches Hobby. Es geht um Leidenschaft, Gemeinschaft, Präzision und um jene besonderen Momente, in denen ein selbst gebautes oder sorgfältig vorbereitetes Modell zum ersten Mal abhebt.
In der aktuellen Episode von „Hallo Purkersdorf“ ist Mario Kainz, Obmann des MFC Silberfalke, zu Gast. Das Gespräch führt direkt auf den Modellflugplatz in Unterwolfsbach – dorthin, wo sich in den vergangenen zehn Jahren ein lebendiges Vereinsleben entwickelt hat. Die Episode spannt dabei einen weiten Bogen: von der Vereinsgründung und dem Einstieg in den Modellflug über Nachwuchsarbeit und Sicherheit bis zu moderner Funktechnik und Marios ganz persönlichem Lieblingsmodell.
Kunstflugvorführung
Vom Wunsch nach einem Flugplatz zum eigenen Verein
Die Geschichte des MFC Silberfalke begann mit einem ganz praktischen Problem: Wo kann man westlich von Wien vernünftig Modellflug betreiben? Für Mario Kainz war es nicht einfach, ein geeignetes Gelände zu finden. Verschiedene landwirtschaftliche Flächen wurden geprüft, bis schließlich ein Platz mit günstiger Ost-West-Ausrichtung gefunden wurde – passend zu den vorherrschenden Windrichtungen.
Aus der Suche nach einem geeigneten Fluggelände entstand schließlich ein Verein, der heute auf zehn Jahre Geschichte zurückblicken kann. Mario selbst beschäftigt sich bereits seit rund 26 Jahren mit dem Modellflug. Die Begeisterung dafür kam über seinen Onkel, der zunächst selbst manntragend flog und später auf Modellflug umstieg. Wie bei vielen Modellfliegern begann auch Mario klein – doch mit wachsender Erfahrung wurden die Modelle größer und anspruchsvoller.








7.000 Quadratmeter für kleine und sehr große Flugzeuge
Wer bei Modellflug nur an kleine Styroporflieger denkt, dürfte beim MFC Silberfalke überrascht sein. Das Vereinsgelände umfasst rund 7.000 Quadratmeter, die Start- und Landebahn ist etwa 140 Meter lang und 25 Meter breit. Auf dem Platz dürfen Modelle mit einem Gewicht von bis zu 90 Kilogramm betrieben werden.
Damit bietet der Flugplatz auch Raum für beeindruckende Großmodelle. Im Gespräch ist von Segelflugzeugen mit bis zu zwölf Metern Spannweite ebenso die Rede wie von Jets und detailreichen Nachbauten großer Vorbilder.
Viele der im Verein geflogenen Maschinen gehören zur Kategorie Semi-Scale: Sie orientieren sich stark am Original, ohne jedes Detail exakt nachzubauen. Gerade darin liegt für viele Modellflieger ein besonderer Reiz – ein echtes Flugzeug in verkleinertem Maßstab nicht nur optisch nachzubilden, sondern es anschließend auch möglichst realistisch durch die Luft zu bewegen.





Ein Lieblingsmodell mit italienischem Flair
Natürlich besitzt auch Mario Kainz ein Modell, das ihm besonders am Herzen liegt: eine MB-339 im Design der italienischen Kunstflugstaffel Frecce Tricolori. Im Interview bezeichnet er sie als sein Lieblingsmodell.
Solche Modelle zeigen, wie sehr im Modellflug Technik und Ästhetik zusammenspielen. Bevor ein Jet sauber durch eine Kurve zieht oder zur Landung ansetzt, liegen oft viele Stunden Arbeit dahinter: Aufbau, Abstimmung, Elektronik, Antrieb und immer wieder kleinere Anpassungen.
Gerade im Winter wird deshalb nicht nur geflogen. Dann verlagert sich ein Teil des Hobbys in die Werkstatt, wo Modelle gebaut, gewartet und für die kommende Saison vorbereitet werden.
Nachwuchs ausdrücklich erwünscht
Ein Thema, das viele Vereine beschäftigt, ist der Nachwuchs. Beim MFC Silberfalke ist das jüngste Mitglied derzeit zwölf Jahre alt. Interessierte müssen keineswegs bereits ein Modell besitzen oder Erfahrung mitbringen. Sie können sich beim Verein melden, einen Termin am Flugplatz vereinbaren und zunächst in die Welt des Modellflugs hineinschnuppern.
Besonders hilfreich ist dabei das Lehrer-Schüler-System. Dabei kann ein erfahrener Pilot jederzeit die Kontrolle über das Modell übernehmen. Einsteiger können dadurch erste Flugversuche machen, ohne dass jeder kleine Fehler gleich mit einer unsanften Landung endet. Auch bei der Auswahl des ersten Flugzeugs und einer geeigneten Fernsteuerung unterstützt der Verein.
Das ist wichtig, denn gerade Anfänger können sich von der Vielfalt des Angebots schnell erschlagen fühlen. Vom einfachen Trainingsmodell bis zum leistungsfähigen Jet reicht die Palette – und nicht jedes schöne Modell eignet sich auch als erstes Flugzeug.
Sicherheit gehört immer dazu
Mit zunehmender Größe, Geschwindigkeit und Leistung der Modelle wächst auch die Verantwortung. Modellflug ist deshalb keineswegs einfach nur „ein bisschen Fliegen auf einer Wiese“.
Im Gespräch geht es unter anderem um Flugkorridore, Wind und Sicherheitsregeln. Mario bezeichnet Seitenwind als eine der größten Herausforderungen. Außerdem übernimmt er immer wieder Erstflüge für andere Vereinsmitglieder. Gerade beim ersten Start eines neuen oder neu aufgebauten Modells zeigt sich, ob wirklich alles korrekt eingestellt ist.
Trotz moderner Technik bleibt deshalb Erfahrung ein wichtiger Faktor.
Von Frequenztafeln zu 2,4 GHz
Technisch hat sich der Modellflug in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Früher mussten Piloten genau darauf achten, welche Funkfrequenz gerade von welchem Modell verwendet wurde. Moderne 2,4-GHz-Systeme haben viele dieser Probleme praktisch beseitigt.
Hinzu kommen elektronische Stabilisierungssysteme und – je nach Modell – Funktionen wie Coming Home, die ein Fluggerät automatisiert zurückführen können. Die Technik kann heute vieles erleichtern, ersetzt aber nicht das Können des Piloten.
Genau diese Mischung macht das Hobby interessant: klassische Modellbauarbeit trifft auf moderne Elektronik, Funktechnik und zunehmend intelligente Assistenzsysteme.




Ein Verein lebt nicht nur vom Fliegen
Von Frühling bis Herbst spielt sich das Vereinsleben hauptsächlich draußen am Flugplatz ab. In der kalten Jahreszeit geht es unter anderem zum Hallenfliegen. Der MFC Silberfalke zählt aktuell 36 Mitglieder, die aus einem größeren Einzugsgebiet zwischen Wien und St. Pölten kommen.
Zum zehnjährigen Bestehen ist am 12. September eine Jubiläumsveranstaltung am Flugplatz geplant. Zahlreiche Modelle, Gäste und Verpflegung sollen aus diesem Anlass zusammenkommen.
Doch wahrscheinlich lässt sich das Wesen des Vereins weniger mit technischen Daten als mit einem Satz aus dem Gespräch beschreiben.
Für Mario bedeutet ein Wochenende beim Modellflug vor allem eines: Abstand vom Alltag. Am Ende der Episode erzählt er, dass er danach am Montag wieder frisch und motiviert in die Woche startet.
Modellflug als Urlaub im Kleinen
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Menschen über Jahrzehnte bei diesem Hobby bleiben. Natürlich geht es um Flugzeuge, Technik, Motoren und Fernsteuerungen. Aber ebenso wichtig sind die Gespräche am Flugplatz, das gemeinsame Tüfteln, die Spannung vor einem Erstflug und die Freude, wenn eine Maschine nach einer gelungenen Runde wieder sauber aufsetzt.
Für Mario Kainz fühlt sich Modellflug deshalb ein Stück weit wie Urlaub mit Freunden an.
Und wer nach dieser Podcast-Episode selbst neugierig geworden ist, muss nicht gleich einen Jet kaufen: Beim MFC Silberfalke kann man Kontakt aufnehmen, vorbeikommen und ausprobieren, ob die Begeisterung fürs Fliegen vielleicht ansteckend ist.
Mehr über den MFC Silberfalke: www.mfc-silberfalke.at
Podcast
- Wenn Modellflug zum Kurzurlaub wird: Zu Besuch beim MFC Silberfalke
- Kunstflugvorführung
- Vom Wunsch nach einem Flugplatz zum eigenen Verein
- 7.000 Quadratmeter für kleine und sehr große Flugzeuge
- Ein Lieblingsmodell mit italienischem Flair
- Nachwuchs ausdrücklich erwünscht
- Sicherheit gehört immer dazu
- Von Frequenztafeln zu 2,4 GHz
- Ein Verein lebt nicht nur vom Fliegen
- Modellflug als Urlaub im Kleinen
- Podcast


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