In der aktuellen Episode von „Hallo Purkersdorf“ berichtet Gerhard Bürgmann, Gründer der Homepage „Purkersdorf Online“, über deren 25-jähriges Bestehen. 2001 gegründet, war die Seite immer als lokale Informationsplattform aufgebaut und erhielt bereits 2002 ihre erste Auszeichnung. Der Gründer erzählt in der neuesten Podcastfolge über die Anfänge und Funktionen der Webseite, den Wandel innerhalb eines Vierteljahrhunderts, Herausforderungen bei der Finanzierung sowie die Zukunft des Portals.
Die Anfänge der Webseite im Jahr 2001
Die Seite „Purkersdorf Online“ wurde 2001 aus einer Privatinitiative heraus von Gerhard Bürgmann gegründet. Bürgmann besuchte eine HTL und bemerkte bald, dass ihn Tonbandgeräte und Musik mehr interessierten als Maschinenbau. Deshalb ging er zu Philips – damals noch ein Weltkonzern – und konstruierte dort Tonbandgeräte. Bürgmann arbeitete in der Entwicklungsabteilung und kam schon früh mit dem Word Wide Web in Berührung, das er als praktisches Tool kennenlernt.

Eines Tages dachte sich Bürgmann, gerne raus aus der Philips-Netzwerkwelt zu wollen und dass es toll wäre, eine eigene Gemeinde-Homepage zu machen. So etwas hatten zu diesem Zeitpunkt – die Idee entstand bereit 1996! – noch nicht viele Gemeinden. Tatsächlich online ging die Seite dann im Jahr 2001.
„Ich habe mir ja vorgestellt, ich bilde die Gemeinde Purkersdorf in ihrer Gesamtheit im Web ab – mit allen Firmen und was weiß ich was. Jedenfalls war meine Idee, ich gehe zur Gemeinde und mache das mit der Gemeinde zusammen.“ (Gerhard Bürgmann)
Die ganzen Stadträte und Bürgermeister fanden die Sache zwar interessant, konnten sich jedoch nicht so richtig vorstellen, wie das werden würde. Jahrelang hielt Bürgmann Präsentationen vor allen möglichen Leuten. Seine Geduld war – bedingt durch Job und Kinder – sehr groß. Inzwischen kamen auch andere Personen auf die Idee, eine Purkersdorf-Seite zu machen. Es gab ein großes Hearing auf der Gemeinde und jeder hatte seine eigenen Ideen. Schließlich entschied sich die Gemeinde dafür, eine Gemeindehomepage erstellen zu lassen. Purkersdorf-online.at und die Gemeindehomepage purkersdorf.at gingen schließlich im selben Jahr online.
„Ja, da hab ich mir natürlich was ausdenken müssen, was anderes. Eigentlich wollte ich für die Gemeinde die Sache machen, aber dann habe ich mir gedacht, gut, jetzt habe ich jahrelang gearbeitet dran, jetzt muss ich auf eigene Faust. Und es war praktisch schon fix und fertig. Und es ist irrsinnig gut angenommen worden.“ (Gerhard Bürgmann)
Die Funktionen der Webseite
Bei der Gründung von „Purkersdorf Online“ war die Seite wirklich breit aufgestellt und deckte alle Themen, die die Gemeinde bewegten, wie Kunst, Kultur und Politik ab. Die Idee war ursprünglich, dass jeder und jede einen eigenen Bereichen haben kann, in der er oder sie selbst schaltet und waltet. Das wurde von manchen angenommen, von vielen aber auch nicht. Außerdem sollte die Seite ein breites Publikum ansprechen, wozu immer neue Inhalte vonnöten waren. Sie umfasste ein eigenes Programm mit Wetterbericht und einer Timeline, auf der neue Inhalte sofort angezeigt wurden.
In den ersten 15 Jahren hatte Bürgmann 30.000 Beiträge im Diskussionsforum. Eines Tages wurde dieses durch die Purkersdorf-Gruppe auf Facebook abgelöst, die offensichtlich attraktiver war, da dort nicht nur mit Purkersdorferinnen und Purkersdorfern, sondern mit Menschen aus aller Welt diskutiert werden konnte. Das Forum stürzte innerhalb weniger Jahre auf null ab.
Finanzierung und Unterstützung
Nachdem Philips im Jahr 2005 zusperrte, hatte Bürgmann mehr Zeit, sich um „Purkersdorf Online“ zu kümmern. 2006 wurde ein eigener Verein gegründet, dem alle Personen, die eine Seite wollten, gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag beitreten konnten. An der Möglichkeit hat sich bis heute theoretisch nichts geändert, doch wird sie kaum mehr wahrgenommen. Bürgmann begann auch Google-Werbung zu schalten, bis es ihm zuwider wurde, dass Google etwas an seiner Arbeit verdienen sollte.
Die Leistung hinter „Purkersdorf Online“ ist größtenteils jene von Bürgmann selbst. Einige Unterseiten werden von Externen betreut – etwa vom Verschönerungsverein oder dem Stadtmuseum Purkersdorf.
„Ich habe dann so Redaktionssysteme für jeden passend gebaut, die engagierter waren, was Komplizierteres. Es war eigentlich relativ viel Arbeit. Die haben ja dann auch Seiten bekommen, ein bisschen in ihrem Farbdesign. Ich habe halt probiert, wie kann ich die Leute motivieren, dass sie bei mir eigene Seiten haben. Weil jeder wollte natürlich auch seine eigene Seite haben und nicht jetzt da in einer gemeinsamen Geschichte nur Untermieter zu sein.“ (Gerhard Bürgmann)
Die Zukunft der Webseite
Auch heutzutage gibt es noch viele Leute, die an „Purkersdorf Online“ Interesse haben und täglich nach neuen Inhalten schauen. Besonders am Herzen liegen Bürgmann seine Vergleiche von damals und heute, bei denen ihm zum Beispiel aufgefallen ist, dass es früher viel weniger Bäume gegeben hat.
„Wenn du eine alte Postkarte siehst und du willst das Gebäude, das sich mittlerweile verändert hat, noch einmal fotografieren, stehen überall Bäume. Ich nehme an, damals hat man zum Heizen alles, was irgendwo gewachsen ist, gleich wieder abgeschnitten. Ich habe mir dann sogar vor ein paar Jahren eine Drohne gekauft, dass ich ein bisschen den Blickwinkel von der Seite da oben oder so machen kann. Das macht mir halt Spaß. Mit dem beschäftige ich mich heute.“ (Gerhard Bürgmann)
Das Projekt wird heute von Gerhard Bürgmann alleine getragen. Sein Sohn hat sich jedoch bereit erklärt, den Server bis zu seiner Pensionierung zu bezahlen, damit die Webseite nicht eines Tages mit Bürgmann gemeinsam verschwindet. Das Vorhandensein ist also langfristig gesichert, aber dass jetzt enthusiastische Leute kommen und mitmachen wollen, ist eher selten. Dennoch hat sie Seite auch heute noch einen gewissen Kundenstock. Besonders, wenn Bürgmann etwas auf Facebook postet, erkennt er einen deutlichen Peak an Besucher- und Besucherinnenzahlen.
„Die Leute interessieren sich ja für diese Inhalte, aber man muss ihnen halt nachtragen, wo sie sind. Das ist sozusagen das Angebot der Zeit. Du musst stetig News bringen und das sind immer nur kurzfristig jedes Mal ein Strohfeuer. Du musst viele Strohfeuer hintereinander zünden.“ (Gerhard Bürgmann)
Wenn sich jemand in der Seite „Purkersdorf Online“ einbringen möchte, ist Gerhard Bürgmann offen für jede Idee und freut sich über eine Kontaktaufnahme.
Kontakt & Links
Website: purkersdorf-online.at
Email: webmaster@puon.at


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