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Gesellschaft

Bauvorhaben Hoffmannpark

29. April 2026

Drei Jahre nach dem Live Talk von Hallo Purkersdorf über das Bauvorhaben Hoffmannpark am 15. März 2023, sind in der aktuellen Episode wieder Bürgermeister Ing. Stefan Steinbichler und Dr. Dipl-Ing. Mag. Thomas Kasper zu Gast, um über die aktuellen Entwicklungen zu sprechen. Das Interview beleuchtet die Reaktionen der Anwohnerinnen und Anwohner, die Bausperre und die Rolle der Expertenkommission bei der Neubewertung des Projekts. Das neu geplante Pflegeheim soll die Sichtachsen auf das historische Gebäude und den Zugang zum historisch bedeutenden Hoffmannbau erhalten.

Das Bauvorhaben Hoffmannpark 2023

2023 wollte der Grundstückseigentümer am Hoffmannpark ein extern betriebenes Pflegeheim errichten lassen. Bürgermeister Ing. Steinbichler sprach sich dafür aus, dass der Bau – sollte er zustande kommen – ein Generationenhaus mit Kindergarten werden sollte. Gegen das Bauvorhaben stellten sich etliche politische Bewegungen, Parteien und Bürgerinitiativen, da sie die freie Sicht von der Straße auf den Hoffmannpark weggenommen hätte. Das Ensemble wäre dermaßen beeinträchtigt und gestört worden, dass es „kaputt“ gegangen wäre.

Als Antwort auf die Kritik wurden mehrere Lösungswege aufgezeigt. Einer davon war eine Bausperrre, die schließlich von Gemeinderat für zwei Jahre beschlossen und um ein weiteres verlängert wurde. Aktuell ist die Bausperre kurz davor, wieder aufgehoben zu werden. Während der drei Jahre sollte das Vorhaben freilich weiter diskutiert und verhandelt werden.

„Der Gemeinderat hat beschlossen, im Zuge dieser Bausperre auch daran arbeiten zu müssen. Dadurch, dass sich nicht jeder im Gemeinderat kompetent genug fühlt, was historische Bauwerke, Flächenwidmung etc. betrifft, haben wir uns einer Expertenkommission bedient, von der wir uns im Gemeinderat beraten und die Vor- und Nachteile einer möglichen Bebauung darstellen lassen.“ (Ing. Stefan Steinbichler)

Steinbichler Kasper Hoffmannpark
Bürgermeister Ing. Steinbichler und Dr. Dipl.-Ing. Mag. Kasper berichten über die neuesten Entwicklungen im Bauvorhaben Hoffmannpark

Beratung durch eine Expertenkommission

Dr. Dipl-Ing. Mag. Kasper hat auf der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft studiert und sich im Zuge dessen auch mit Raumplanung auseinandergesetzt. Später studierte er Jus, wo er die rechtlichen Aspekte wie das Raumordnungsgesetz vertiefte. Hauptberuflich arbeitet er bei PORR im Bereich Abbruch, Schadstoffentfrachtung von Gebäuden vor dem Abbruch und Recycling. Dabei kommt er in der Planung und auch im Rückbau von Gebäuden auch mit Flächenwidmung in Berührung.

Dr. Dipl-Ing. Mag. Kasper war 2023 Gemeinderat und gleichzeitig Mitglied der Stadtplanungskommission, die eingerichtet wurde, um vorbereitende Arbeiten für die Neugestaltung des örtlichen Entwicklungskonzeptes und eine große Überarbeitung des Flächenwidmungsplanungs- und Bebauungsplanes von Purkersdorf zu machen. In diesem Zeitraum ist auch der Wunsch gefallen, durch eine Widmungsänderung im Hoffmannpark mehr bauen zu können, als über den Flächenwidmungsplan genehmigt war.

„Das hat uns dann auch auf den Plan gerufen, das zu prüfen. Es haben sich dann mehrere Gruppen und Leute mit dem Thema beschäftigt und gesagt, das ist eigentlich das, was schon möglich ist und schon genehmigt war seit Jahrzehnten. Erscheint eigentlich schon zu viel aufgrund des Ensembles Hoffmannpark.“ (Dr. Dipl-Ing. Mag. Kasper)

Neue Regeln für das Bauvorhaben

Das Grundstück bleibt von der Flächenwidmung weiterhin Baulandsondergebiet für Pflege- und Seniorenheim – das angedachte Generationenhaus wird nicht umgesetzt. Errichtet wird das Pflegeheim vom Grundeigentümer, betrieben von einem Konsortium. Der derzeitige Planungsstand sieht den Fond Soziales Wien als Betreiber vor, damit es hier zu keinem Wechsel kommen muss. Wenn es so weit ist, sollen jedoch auch Gespräche für eine Beschickung mit dem Land Niederösterreich geführt werden, was für die Region dringend notwendig wäre.

Durch die aktuelle Geschwindigkeitsreduktion auf der Wiener Straße von 60 km/h auf durchgehend 50 km/h im Ortsgebiet fällt die Errichtung einer Lärmschutzwand weg, sodass die Sicht auf den Hoffmannbau nicht doppelt verstellt wird. Außerdem wird das Gebäude nicht so breit wie ursprünglich geplant und abgestuft gebaut werden.

Laut Ing. Steinbichler und Dr. Dipl-Ing. Mag. Kasper war es nicht zu verhindern, dass auf dem Grundstück etwas gebaut wird. Der Eigentümer, der das Grundstück gekauft hat, habe es ja wissentlich mit der Widmung als Bauland gekauft. Diese sieht vor, dass die Wohnbauten, die bereits realisiert sind, über die aktuell freie Fläche fortgesetzt werden dürfen.

Zwar könne eine Fläche wieder in Grünland umgewidmet werden, doch bedeute das einen enormen Wertverlust für den Eigentümer. Der Rückkauf des Grundstückes vom Eigentümer und eine Umwidmung in Grünland wäre demnach eine zu hohe Investition gewesen und den Eigentümer zu enteignen, nicht möglich, was die Beratung durch die Expertinnen und Experten gezeigt habe. Außerdem kam vom Land Niederösterreich auf Nachfrage eine Bestätigung, dass es bei einer Rückwicklung zu einer Schadensersatzzahlung kommen würde.

„Wir haben reduziert in der Flächenwidmung, wir haben reduziert in der Bebaubarkeit des Grundstückes, wir haben es nur nicht auf null reduziert, aber da sind wir jedenfalls schadenersatzpflichtig. Wir haben auch gesagt, wir führen Gespräche mit dem Grundeigentümer, um auszuloten, was ist klug. Wie weit können wir sozusagen rückwidmen im Sinne des Hoffmannparkgebäudes, und gleichzeitig aber nicht in die Situation kommen, dass wir eine Schadenersatzzahlung leisten müssten. Das war auch der Auftrag an die Expertengruppe.“ (Dr. Dipl-Ing. Mag. Kasper)

Zugang und Sicht auf den Hoffmannpark

Die Lage eines möglichen Gebäudes wurde ganz stark eingegrenzt und nach Osten verschoben, damit die Sichtachse auf Hoffmannpark gewährleistet bleibt. Die Grundfläche wurde reduziert und die maximale Höhe im Bebauungsplan mit Höhenkoten festgelegt. Je Geschoß wurden gewisse Höhen festgelegt, damit der Baukörper nicht zu voluminös werden kann. Es ist nicht nur die Sicht von der Wiener Straße auf den Hoffmannpark gewährleistet, sondern auch ein Zugangsweg bis fast in die Mitte vom Hoffmannpark erwirkt worden, von wo aus Besucherinnen und Besucher eine schöne Frontalsicht auf das Gebäude haben.

Gemeinsam mit dem Bauherren und dem Architektenteam wurde eine Lösung entwickelt, die sogar einen besseren Zugang zum Hoffmannpark ermöglicht als aktuell, wo der Privatgrund durch einen Zaun abgegrenzt wird. Ein künftiger Stichweg, der als öffentliches Gut gewidmet ist, soll es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, das Hoffmanngebäude frontal zu betrachten.

Ein fertiger Entwurf des geplanten Gebäudes ist von Architektenseite noch nicht vorhanden, doch gibt es eine Skizze sowie weitere historische Fotos über das Areal von der Expertenkommission.

Die Bedeutung des Hoffmannbaus

Laut Bürgermeister Ing. Steinbichler ist es der Gemeinde Purkersdorf schon lange bewusst, dass der unter Denkmalschutz stehende Hoffmannbau ein Juwel ist. Andernfalls wäre vor über 30 Jahren diese Widmung nicht zustande gekommen, die es dem damaligen Grundeigentümer ermöglichte, das Hoffmanngebäude in seinen Urzustand zurückzubauen, zu renovieren und zu sanieren. Ein weiterer Architekt hatte nämlich – nachdem das Hofmanngebäude errichtet wurde – ein Stockwerk draufgesetzt, das nicht original war. Erst durch die Umwidmung und durch den Verkauf der umliegenden Grundstücke konnte der Grundeigentümer damals so viel Geld zusammenbringen, dass er den Rückbau von dem einen Stockwerk finanzieren und den Originalzustand wieder herstellen konnte.

Dr. Dipl-Ing. Mag. Kasper hat zwar schon in seiner Kindheit viel Zeit in der Nähe des Hoffmannparks verbracht, doch die internationale Bedeutung des Gebäudes war ihm nicht bewusst.

„Diese drei vergangenen Jahre, in denen sich viel mit dem Gebäude und dem Grundstück beschäftigt wurde, haben bei vielen ein Bewusstsein geschärft, das so in der Form davor nicht da war. Ich rede jetzt nicht von der Wertigkeit für die Gemeinde, sondern für uns Purkersdorfer. Das ist total wertvoll und diejenigen, die diesen Prozess mitverfolgt haben, haben sicherlich auch viel gelernt“. (Dr. Dipl-Ing. Mag. Kasper)

Stadtgemeinde Purkersdorf – www.purkersdorf.atww.purkersdorf.at
Bgm.Ing. Steinbichler – s.steinbichler@purkersdorf.at
Dr.DI.Mag. Thomas Kasper – thomas@kasper.co.at

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