DI Josef Forer

Mann mit Hut in Werkstatt.

Von einer kargen Kindheit zum Technikstudium

Josef Forer wuchs auf einem Bergbauernhof in Südtirol auf und war durch eine besonders karge Kindheit geprägt.

„Wir hatten keinen Strom, wir hatten keine Straße, wir waren fünf Kinder auf 1600 Meter, wo es auch im August einmal schneit. Und wenn man so diese Entbehrungen einmal erlebt hat, dann ist das möglicherweise eine gute Mitgift für später, weil einen nicht so schnell was irgendwie erschüttern kann.“ (DI Josef Forer)

Durch diese Prägung hat Josef Forer technische Errungenschaften und Veränderungen stets als Wohltat empfunden. Mit 13 bekommt sein Elternhaus elektrischen Strom, der ihn von Stunde Null an fasziniert, da plötzlich Dinge möglich waren, die ohne Strom nicht gehen.

Nach der Volksschule im Ort wechselte Josef Forer für die Mittelschule ins Internat nach Brixen und nach sechs Jahren in die öffentliche Schule nach Bruneck, was für ihn eine wichtige Vorbereitung für das spätere Leben in der Großstadt war.

Nach der klassischen Matura hat Josef Forer keine genaue Vorstellung von seiner Zukunftm möchte allerdings etwas Technisches studieren und landet schließlich bei Nachrichtentechnik an der TU Wien – nicht wissend, dass diese im Wesentlichen ein Mathematikstudium ist.

„Ich kann mich noch gut erinnern, wenn ich in den Ferien nach Hause gekommen bin, haben die Nachbarn irgendwelche Radios gebracht und gesagt, ob ich den schnell errichten könnte oder so. Ich hatte aber keine Ahnung, ich habe mich dafür geniert, weil ich habe gesagt, wir lernen Radios zu bauen, aber nicht zu reparieren.“ (DI Josef Forer)

Berufseinstieg bei Siemens und Weg in die Selbstständigkeit

Bei Josef Forers Abschluss an der TU war der Arbeitsmarkt für Diplom-Ingenieure ein sehr guter. Bereits seine Diplomarbeit machte er bei Siemens und so war es naheliegend, auch weiter zu Siemens in die Forschung zu gehen, wo er die ersten sieben Jahre zubrachte.

Siemens Zertifikat „Erfinder des Jahres“
Siemens Zertifikat

Nach dem Verkauf von Siemens packte Josef Forer die Gelegenheit, sich selbstständig zu machen und gründete eine Agentur, die Personal verlieh.

„Das habe ich bei Siemens in den 90er Jahren kennengelernt, wo man am Wochenende Studenten an dem Point of Sales, also zum Beispiel in Media, hinstellt, die dann die Kunden beraten. Und so ein Geschäft habe ich dann aufgebaut. Und das war eigentlich ohne Kapital möglich, weil ich ja vom Kunden jeweils Geld kriegen konnte, wenn ich die Gelder zu zahlen hatte.“ (DI Josef Forer)

DI Josef Forers Buch „Vom Bergbauern zur Postmoderne“

Angeregt durch seinen Freundeskreis veröffentlichte DI Josef Forer in den letzten Jahren ein Buch mit dem Namen „Vom Bergbauern zur Postmoderne: Fundamentale Veränderungen in nahezu allen Bereichen im Laufe meines Lebens“. Darin schildert er volle Breite von der Erziehung über die gesellschaftlichen Situationen am Bauernhof: das Thema Strom, keine Straße, kein Verkehrsmittel, ausschließlich Handarbeit am steilen Feld, auch bei der Viehwirtschaft.

Für DI Josef Forer war das Buch auch eine gute Möglichkeit, seine Kindheit zu reflektieren und seine Technikbegeisterung zu begründen. Das Buch in On Demand zum Beispiel bei Amazon zu erwerben.

DI Josef Forer

Die Verbindung von Technik und Natur im Alltag

1992 erwirbt Josef Forer ein Haus am Badberg in Pressbaum, das er bis 2005 als Sommerhäuschen nutzt, bis er schließlich mit seiner Frau ganzjährig einzieht. Die beiden verwerfen in der Umbauphase zwei bereits einreichfähige Pläne, bis sie schließlich einen Architekten finden, der den Neubau nach ihren Vorstellungen entwirft. Dabei war es ihnen wichtig, den ursprünglichen Flair zu erhalten und Gemütlichkeit mit Technik zu kombinieren.

Wohnhaus von Josef Forer
Wohnhaus von Josef Forer

Bereits vor 30 Jahren baute Josef Forer für seinen Sohn ein Baumhaus mit elektrischem Aufzug und Klapptüre. Für ein Nachbarskind baut er einmal eine Holzschaukel. Heute steht im ein Holzhaus mit kompletter Einrichtung und Flying Fox.

Holzhaus der Enkerl
Holzhaus der Enkerl
Zugbrücke im Holzhaus der Enkerl
Rutsche im Holzhaus der Enkerl
Flying Fox im Holzhaus der Enkerl

Bastelprojekte in der Pension

In seinem Ruhestand braut Josef Forer seine Holzwerkstatt stetig aus und heute gibt es kaum etwas, das er nicht bauen könnte.

„Immer, wenn ich ein Projekt mache, und es fehlt mir irgendein Werkzeug, dann kaufe ich mir das Werkzeug und so füllen sich dann schon langsam die Lücken und ich bin heute zur Holzbearbeitung tatsächlich relativ durchgängig bestückt“ (Josef Forer)

Forer
Josef Forer in seiner Holzwerkstatt
Josef Forer in seiner Holzwerkstatt
Der Zugang zur Holzwerkstatt
Oberfräse in der Holzwerkstatt
Makita in der Holzwerkstatt

Vor rund fünf Jahren bestellte sich Josef Forer seinen ersten Laser als Bausatz, mit dem er bereits Sperrholz gravieren und ein bisschen schneiden konnte. Mit dem technischen Fortschritt am Markt erweiterte der Bastler seine Sammlung stetig und hat heute bereits zahlreise Laser bis hin zu einem UV-Laser daheim.

Josef Forers Werkstatt
Josef Forers Werkstatt
Lasergeräte in der Werkstatt
Große Lasergeräte in der Werkstatt
Laser mit Fräse
CNC Fräse in der Werkstatt
Holzlaserarbeiten
Die Werkstatt-Toilette

Eine weitere Leidenschaft von Josef Forer sind 3D-Drucker. Es war immer schon sein Wunsch, dass er sich, wenn jemand sagt, er braucht ein Bauteil oder einen Adapter, selber überlegt, wie das aussehen könnte, es zeichnet und dann druckt. Was Josef Forer als Techniker besonders reizt, sind kleine Projekte, bei denen man sehr viele Einzelteile druckt, zusammenbaut und dann möglicherweise noch irgendwas Elektrisches einbaut, damitsich das Ding dann auch noch bewegt.

3D Drucker
3D Drucker Arbeitsbereich
3D Bild
3D Bilder
3D Kegelbahn
3D Schiffe
3D Schiffe
3D Weihnachtslandschaft mit Motor
3D Reiseschach

Eigene Uhrensammlung

Da Josef Forers Frau schöne Uhrendesigns liebt, hat sie, wenn ihr besondere Designs gefallen haben, auf Flohmärkten oder online gerne Uhren gekauft und daheim aufgehängt. Der Handwerker beschließt dann, die Herstellung von Uhren einmal selbst auszuprobieren – zunächst mit dem Laser und schließlich mit dem 3D-Drucker. Uhrwerke hat er zuhause und so kann er sich innerhalb weniger Stunden eigene Uhren zusammenbauen.

Jede Uhr hat so einen anderen Charakter. Josef Forer bereitet die Herstellung große Freude und er macht nur Designs, die ihn selbst ansprechen. Mittlerweile macht er etwa Fotouhren, bei denen er eigene Fotokollagen dahinterlegt.

Uhren
Uhren
Uhren aus Schallplatten
Golfer Uhr
3D Uhren
Super Mario Uhr
Uhren mit Gebärdensprache

Schnapsbrennen als Hobby

Als Josef Forer sein heutiges Grundstück gekauft hat, sind darauf sehr viele Obstbäume. Diese haben sie zunächst im Keller eingelagert, konnten aber nicht so viele essen und verschenken.

„Das heißt, im Frühling, wenn der Winter dann vorbei war, sind im Keller irgendwann die Äpfel auch braun geworden, muss ich die am Kompost führen. Da hat mein Herz geblutet, dass ich da so etwas Wertvolles nicht irgendwie verwende. Und da ist die Idee geboren, man könnte doch eigentlich Schnaps brennen.“ (DI Josef Forer)

Seine Gattin schenkt Josef Forer zum 40. Geburtstag ein Schnapsbrenn-Seminar in der Steiermark. Dort macht er sich ein bisschen schlau, wie die Lage des Schnapsbrennens in Österreich aussieht und stellt fest, dass man, wenn man selber auch nur einen einzigen Obstbaum hat, um eine Brennlizenz ansuchen kann, die man auch bekommt. So hat Josef Forer, als sie das Nebengebäude fertiggestellt haben, gleich einen Raum für eine Schnapsbrennerei eingeplant. Seit damals betreibt er auch noch dieses Hobby.

Ideen für eine Gemeinschaftswerkstatt

Für die Zukunft wünscht sich Josef Forer, dass die Gemeinde Pressbaum einen Raum für eine Gemeinschaftswerkstatt zur Verfügung stellt, wo sich Gleichgesinnten treffen und ein Maschinensharing betreiben können. Interessierte können sich gerne über das untenstehende Feedback-Formular melden.

DI Josef Forer
Phone: +43 676 3935619
Mail: josef@forer.wien

Podcast


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