Wientalbühne

Die Wientalbühne in Pressbaum, gegründet 1977, ist seit beinahe 50 Jahren fester Bestandteil des regionalen Kulturlebens. Mit seinen rund 30 Mitgliedern bietet der Theaterverein jedes Jahr an drei Wochenenden im November Unterhaltung vom Feinsten im Stadtsaal Pressbaum. Am 7. November feiert das aktuelle Stück „Brautschau im Irrenhaus“ Premiere.
In der aktuellen Podcast-Episode erzählen Obfrau Beate Strömmer, Regisseur Erich Baumgartner und Schauspieler Norbert Hajek von ihrer persönlichen Beziehung zur und dem starken Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Wientalbühne, das durch regelmäßige Stammtische und gemeinsame Aktivitäten gepflegt wird, sowie von ihrem großen Engagement im Bereich Nachwuchsförderung.
Obfrau Beate Strömmer
Beate Strömmer ist eine Urpressbaumerin und hat nie daran gedacht, sich woanders anzusiedeln. Durch ihren jahrelangen Job als Landesbeamtin in St. Pölten muss sie glücklicherweise auch nie weit in die Arbeit pendeln. Mittlerweile genießt Beate ihren Ruhestand.
Bei der Wientalbühne ist sie bereits seit 45 Jahren dabei. 1980 kommt sie gemeinsam mit ihrem Mann Peter durch Franz Gugerell, der zu dieser Zeit ein Tango versiertes Tanzpaar für eine Kabarettaufführung sucht, zum ersten Mal mit dem Theaterverein im Berührung. Seit 1996 bekleidet Beate das Amt der Obfrau und wird alle zwei Jahre von der Generalversammlung in ihrer Funktion bestätigt.
„Ich krieg immer wieder das Echo, na, wer soll es machen außer dir. Du machst es am besten. Wir wüssten nicht, wer dich ersetzen könnte. Das ist wirklich ein schönes Kompliment.“ (Beate)
Regisseur Erich Baumgartner
Erich Baumgartner wächst in Tullnerbach auf und besucht die Grundschule in Pressbaum und danach die HTL in St. Pölten. Nach dem Präsenzdienst war er 16 Jahre in Wien als Mess- Regeltechniker und danach als Selbständiger tätig.
„Ich habe nie den Kontakt mit meinem Freundeskreis aus Pressbaum verloren, das ist die soziale Bindung – und dann natürlich die Wientalbühne.“ (Erich)
Erich kommt 1996 ebenfalls durch Franz Gugerell zur Wientalbühne. Letzterer wird zu dieser Zeit vom Verein Carpe Diem, der nur ein einziges Mal im Kirchenkeller einen Kirtag veranstaltet, ersucht, als Prominenter in der Jury des „Bürgermeisterstückes“ mitzuwirken. Quasi als „Gegendeal“ übernimmt Erich dafür eine Rolle bei der Wientalbühne, bei der er nun schon seit fast 25 Jahren in Abwechslung mit Helga Konwalinka Regie führt.
Schauspieler Norbert Hajek
Norbert Hajek kommt ursprünglich aus Wien und ist vor 33 Jahren nach Tullnerbach gezogen. Er wollte zwar immer Schauspieler werden, strebt aber zunächst eine klassische Bankkarriere an. „Dort hilft Schauspielern auch, oder? Ich bin mein Leben lang ein Schauspieler“, erzählt Norbert mit Witz. Nach seiner krankheitsbedingten Zwangspensionierung fällt er zunächst in ein Loch, erinnert sich dann aber an Beate und ihren Theaterverein und denkt sich: „Ich muss aus dem Teufelskreis raus!“
„Ich habe die Beate angerufen und habe gesagt: Brauchst du einen Zebrastreifen oder einen Tannenbaum? Ich spiele das alles!“ (Norbert)
Seit 2008 ist Norbert nun Mitglied der Wientalbühne in Pressbaum – und spielt dort bei weitem größere Rollen als Zebrastreifen oder Tannenbäume.
Brautschau im Irrenhaus
Das neue Stück der Wientalbühne – „Brautschau im Irrenhaus“ – feiert am 7. November im Stadtsaal Pressbaum Premiere. Nach 11 Jahren wird erstmals wieder ein Bauerstück aufgeführt, wie sie in früheren Zeiten in der Region Tradition hatten. Dies hat laut Regisseur Erich Baumgartner den Vorteil, dass sowohl die etablierten, bewährten, reiferen Schauspielerinnen und Schauspieler als auch der Nachwuchs, der bei einem Alter von 15 Jahren beginnt, auf die Bühne gebracht werden kann.
Inhaltlich geht es bei der „Brautschau im Irrenhaus“ um ein reiferes Ehepaar, das seinen Sohn verheiraten möchte, diesen aber nicht darüber informiert. Der Sohn schlägt sich lieber die Nächte um die Ohren und zeigt kein Interesse an Frauen, wodurch es zu zahlreichen für die Boulevardkomödie typischen Verwechslungen kommt.
„Unser Ziel ist es, die Leute zu unterhalten, einfach ein bisschen aus dem Alltag zu reißen und die Lachmuskeln zu strapazieren. Das ist der Sinn.“
Nachwuchsförderung
Beate, Erich und Norbert erwähnen im Rahmen des Gesprächs an mehreren Stellen die Wichtigkeit von Nachwuchsförderung für die Zukunft des Theaterbetriebes der Wientalbühne, nicht zuletzt, da die Altersgruppe auf der Bühne auch jene im Publikum beeinflusst. Die Anwerbung junger Schauspielerinnen und Schauspieler geschieht dabei vor allem durch Mundpropaganda und gezielte Aufrufe – etwa beim 45-jährigen Jubiläum im Jahr 2022.
Finanzierung des Theaterbetriebes
Die Wientalbühne kommt gänzlich ohne öffentliche Mittel aus, kann sich aber glücklicherweise gut durch die Kartenverkäufe der Stücke finanzieren. Daneben machen einige Sponsoren immer wieder Werbung und bringen zusätzliche Einnahmen. Die Mitgliedsbeiträge selbst sind eher von symbolischer Natur. Wie jeder Verein lebt auch die Wientalbühne hauptsächlich von der ehrenamtlichen Arbeit aller Beteiligten. Als Dankeschön gibt es einen monatlichen Stammtisch sowie gelegentlich gemeinsame Theaterbesuche.
Vernetzung mit anderen Theatervereinen
Die Beziehung zu anderen Theatervereinen in der Region wie dem Theater Purkersdorf oder der Gablitzer Theatergruppe ist sehr positiv, wenn auch es durch Terminkollisionen mitunter zu ein wenig Konkurrenz kommen kann. Auch der Austausch von Stücken oder Schauspielerinnen und Schauspielern kommt hin und wieder vor.
„Jeder Theaterverein, der es schafft, das Publikum zu locken, davon profitieren andere Vereine genau so, weil man letztlich einfach den Samen sät und Interesse weckt.“ (Erich)
Kontakt & Links
Wientalbühne
Othmar Mayer-Straße 21
3021 Pressbaum
Tel: +43 664 1645983
E-Mail: wientalbühne@wientalbühne.at
