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Gewerbe

Wirtshaus Oliver

27. August 2025

Seit nunmehr 12 Jahren betreiben Oliver Pobaschnig und Marika Sortschan das Wirtshaus Oliver an der Ortseinfahrt nach Wolfsgraben. Neben dem exzellenten Essen und den vielseitigen Räumlichkeiten (Chameleon, Terrasse, Garten, Schank & Restaurantbereich, Kegelbahn) ist das Wirtshaus Oliver in der Region vor allem für seine abwechslungsreichen Veranstaltungen bekannt – etwa das Elfe Läuten, das Wiesenfrühstück oder den Christkindlmarkt. In der neuesten Podcast-Episode von Hallo Purkersdorf sind Oliver Pobaschnig und Marika Sortschan zu Gast und nehmen uns mit auf ihre Reise – von den Anfängen in Kärnten über die Herausforderungen eines Umzugs aufs Land bis hin zu den beeindruckenden Errungenschaften, die das Wirtshaus Oliver zu einem beliebten Treffpunkt in Wolfsgraben gemacht haben.

Oliver: Von Kärnten in die große Welt

Olivers Reise in die Welt der Gastronomie beginnt in Kärnten, wo er nach dem Abbruch des Gymnasiums in Völkermarkt mit 15 Jahren beschließt, im Hotel Mösslacher in Velden im Service „sozusagen in die Gastronomie zu schnuppern“. Doch beim Schnuppern bleibt es nicht lange. Oliver taucht voll und ganz in die Gastronomie ein und sieht mit großen Augen, „was das eigentlich alles bedeutet“. Die Kellner und Köche werden seine großen Vorbilder.

„Die Kellner haben tolle Autos gefahren, und fesche Freundinnen gehabt und immer volle Brieftaschen gehabt. Da habe ich gedacht, Oliver, das mache ich auch.“ (Oliver)

Nach einigen Saisonen kommt Oliver über eine damalige Liebe nach Deutschland in die Nähe von Leverkusen, wo er in einem italienischen Restaurant zunächst als Kellner tätig wird. Doch schon bald, mit etwa 19 oder 20 Jahren, bietet er an, einmal in der Küche mitzuarbeiten – und ist seitdem nie wieder im Service tätig gewesen. Obwohl er als Koch ein paar Abstriche machen muss – Trinkgeld bekommen etwa nur die Kellner – findet Oliver im Kochen seine große Leidenschaft und ist in den nächsten Jahren in vielen Restaurants bis in die Karibik tätig. Bereits damals spürt er, dass man in dem Beruf sehr erfolgreich sein kann.

Marika: Gastro mit der Muttermilch

Marikas Beginn in der Gastronomie ist quasi eine Woche nach ihrer Geburt. Sie wächst in einem Landgasthaus in Zeltschach in Kärnten auf und hilft schon in ihrer Kindheit und Jugend im familieneigenen Betrieb mit. Mit 14 Jahren beginnt sie mit einer Ausbildung an der Fremdenverkehrsakademie in Villach. Nach der Schule arbeitet sie – nach einigen Ausflügen als Au-Pair in Frankreich – zunächst in der Gastronomie in Schladming in der Verwaltung.

„Wir haben damals in der höheren Schule für

Gastronomie gelernt: Wir gehen nicht ins Service, quasi nicht in die Küche, sondern in die Verwaltung, was ja viel weniger Spaß macht eigentlich.“ (Marika)

Nachdem sie sich einige Jahre durch die Verwaltung durchkämpft, steigt sie wieder aus und probiert sich als Skilehrerin, arbeitet aber auch immer in der Gastronomie – „weil man da ein bisschen Geld verdienen kann.“

Der Weg zueinander

Oliver und Marika kennen einander bereits ein Leben lang. Olivers Onkel ist lange Volksschuldirektor in Zeltschach – jenem Dorf, in dem Marika im Wirtshaus mithilft. Oliver besucht ihn in seiner Kindheit regelmäßig, in den Ferien auch mehrere Wochen lang, und kommt dadurch auch mit Marika in Kontakt. Nachdem sie drei Jahre trennen, findet er sie zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht interessant, was laut Marika auf Gegenseitigkeit beruht.

„Für mich war er auch nicht wirklich interessant. Außerdem hat es immer geheißen, die schlimmen Völkermarkter kommen wieder.“ (Marika)

Viele Jahre später begegnen sich Oliver und Marika zufällig in Friesach wieder – und sind seit nunmehr 31 Jahren privat wie beruflich ein Team.

Oliver Pobaschnig und Marika Sortschan

Die Anfänge im Gasthof „Mirli“

Nach Purkersdorf Umgebung verschlägt es Oliver und Marika im Jahr 2004, als sie die „Mirli“, einen Gasthof im Irenental, übernehmen, der nach wenigen Jahren sehr erfolgreich wird. Mit ihren beiden Töchtern – damals eineinhalb und acht Jahre alt – ziehen sie in das Nebenhaus und ihr gesamtes Leben verlagert sich in die Wienerwaldregion. Doch nach acht Jahren ist Schluss mit der Idylle: Die Verpachter verdoppeln Oliver und Marika die Pacht und die beiden entscheiden „mit dem Rücken zur Wand stehend“, aufzuhören.

„So schlimm das auch gewesen ist für uns damals, weil da war die ganze Kraft und die ganze Liebe und auch die Heimat unserer Kinder, aber man muss Entscheidungen treffen, und die Entscheidung war: das machen wir jetzt so nicht mehr weiter.“ (Oliver)

Die Suche nach einem neuen Betrieb

Nach der Beendigung des Pachtverhältnisses im Irenental beginnt Oliver, sich nach einem Betrieb in der Nähe umzusehen. Da sie zu der Zeit schon ein ordentliches Klientel und einen Namen haben, möchten Oliver und Marika nicht irgendwohin, wo sie wieder ganz unbekannt sind. Glücklicherweise können sie mit den damaligen Betreibern der „Florianistubn“ an der Ortseinfahrt nach Wolfsgraben einen guten und langfristigen Vertrag ausarbeiten und den Betrieb mit viel Liebe zum Detail in den Zustand manövrieren, in dem er heute ist und wir ihn unter dem Namen „Wirtshaus Oliver“ kennen.

Wieso eigentlich „Wirtshaus Oliver“?

Der Name für das neue Lokal ist dabei nicht von Anfang an klar. Nachdem die Mitnahme der Bezeichnung „Mirli“ für den neuen Betrieb nicht möglich ist, werfen Oliver und Marika verschiedene potentielle Namen ins Rennen – etwa eine Kombination aus ihren beiden Vornamen („Maroli“) oder den Namen „Liebstöckel“, der Marika besonders gut gefällt. Schließlich fällt die Entscheidung auf „Wirtshaus Oliver“, wofür ein guter Bekannter von Oliver, Marino Provisionato, verantwortlich zeichnet, den er um seine Meinung zu den bestehenden Namensvorschlägen bittet.

„Er sagt: Mir gefällt gar keiner am besten, mir gefällt „Wirtshaus Oliver“ am besten. Du bist der Oliver, du stehst hinter dem, was du tust. Oliver ist ein schöner Name, nenn es einfach Wirtshaus Oliver.“ (Oliver)

Auf die Frage, weshalb sie den Betrieb eigentlich als „Wirtshaus“ und nicht etwa als „Restaurant“ bezeichnen, wo sie doch gehobene Küche anbieten, hat Marika eine passende Antwort parat:

„Wirtshaus ist so etwas Schönes, Bodenständiges für uns und dann geht man hinein und kann nur noch einmal positiver überrascht sein.“ (Marika)

Der Fokus auf Regionalität und Eigenanbau

Der Betrieb von Oliver und Marika zeichnet sich durch viele unterschiedliche Facetten aus. Einen Fokus legen die beiden etwa auf regionale Produkte sowie Gemüse aus dem eigenen Garten. Dort pflanzen sie im Juni bis Oktober Fisolen, Kürbis, Paradeiser, Salat und Kräuter an, die eins zu eins in der Küche verarbeitet werden, was einerseits viel Freude macht und andererseits „einen charmanten Kick, den die Gäste sehr zu schätzen wissen“ gibt.

In der Küche werden den ganzen Tag über in zwei Schichten von rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin Speisen produziert. Die Investition ins Personal ist Oliver und Marika dabei wichtiger als jene in Convenience.

„Da kann es einmal passieren, dass vielleicht ein Erdäpfel im Erdäpfelsalat leicht roh sein kann. Aber da weiß man, der ist halt da gekocht worden, geschält worden, geschnitten worden und hergerichtet worden, und dann muss man das in Kauf nehmen.“ (Marika)

Hinter den Kulissen im Wirtshaus Oliver
Hinter den Kulissen im Wirtshaus Oliver
Hinter den Kulissen im Wirtshaus Oliver

Vielseitige Räumlichkeiten und Veranstaltungen

Was das Wirtshaus Oliver über das hervorragende Essen hinaus auszeichnet, sind die vielfältig nutzbaren Räumlichkeiten und Veranstaltungen. Als einziges Lokal in der näheren Umgebung betreiben Oliver und Marika vier Kegelbahnen, die vor allen im Winter großen Zuspruch haben. Das wöchentliche Elfe Läuten am Samstag und das Wiesenfrühstück, das in den Sommermonaten immer sonntags stattfindet, ziehen ebenfalls viele Gäste an.

Die Kegelbahnen im Wirtshaus Oliver

Das unter dem Namen „Chameleon“ umgebaute ehemalige Stadel ist eine beliebte Partylocation, wird aber auch für intimere Zwecke wie Beerdigungen genutzt. Ursprünglich richten Oliver und Marika es nach dem Inkrafttreten des generellen Rauchverbots in der Gastronomie im Jahr 2019 als offenen Raum mit von der Decke hängenden Heizlampen für Raucherinnen und Raucher her. Schließlich bauen sie eine wunderschöne Decke aus Birnenholz ein und so bekommt das Chameleon seine heutige charmante Form. Ausgestattet ist das Chameleon mit einem DJ-Pult, einer Nebenmaschine, Schwarzlicht und vielem mehr – quasi als Hommage an die Dorfdiskotheken aus Olivers Jugendzeiten.

Chameleon
Chameleon
Garten
Restaurant
Schankraum

Die Beziehung zur Region

„Besser hätten wir es nicht erwischen können“, antwortet Oliver auf die Frage nach seiner Beziehung zu Wolfsgraben und zur Region. Die Gemeinde bezeichnet er als „erstklassig“ – sie hat alles, was man braucht. Besonders zu schätzen wissen Oliver und Marika, dass die Einheimischen ihr Wirtshaus auch wirklich besuchen, und zwar jung und alt. Dabei sind alle „so lieb und hilfsbereit“.

„Ein Dorf, in dem die Leute zusammenhalten und uns unterstützen. Es gibt sicherlich überhaupt kein Gebrechen in dem Haus, wo nicht einer in Wolfsgraben ist, der uns sofort unterstützt und hilft. Großartig! Eine Laudatio auf die Wolfsgrabner!“

Hauptstrasse 3
3012 Wolfsgraben
Tel: +43 664 2288555
E-Mail: info@wirtshausoliver.at

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